.: Bücher
   
   

Melancholische Billeteure (2017)


Eine Frau zwischen zwei Männern, und doch keine Dreiecksgeschichte im herkömmlichen Sinn. Dora und Edwin, Billeteure im linken Parkett des Burgtheaters, in dem ihrer Meinung nach die wahren Kenner sitzen, sehen ihre Aufgabe nicht darin, die Besucher zu ihren Plätzen zu geleiten, sondern ihnen die Stücke zu erläutern.

   
Die Entführung der Anna Netrebko (2015)

Die Mutter des Ich-Erzählers, eine erfolgreiche Anwältin, unterdrückt ihren Sohn, in seiner Schwäche ein leichtes Opfer ihrer Machtspiele. Während sie medienwirksame Prozesse führt, muss sich der Ich-Erzähler mit obskuren Klienten abmühen und findet zu keinem eigenen Leben. Auch deshalb nicht, weil ihn seine Fälle immer wieder in die Scheinwelten von Fantasten und notorischen Querulanten ziehen, deren Klagen sie von ihren misslungenen Lebensentwürfen ablenken.


   

Café Olympia (2013)

Nach dem Roman „Brendels Fantasie“, mit dem Elke Heidenreich ihre Musikbücher-Edition
bei C. Bertelsmann begann, versammelt Günther Freitags Prosaband „Café Olympia“ Texte
und Fotos zur aktuellen Lage Griechenlands. Im Zentrum der Miniaturen stehen reale Figuren, die unter dem Einfluss der allgegenwärtigen Krise rasch eine absurde Wandlung erfahren, die als Spiegelbild des für weite Bevölkerungsschichten unheilvollen Zusammenspiels von rücksichtslosen Finanzmärkten, korrupter Politik und der Verantwortungslosigkeit des Einzelnen fungiert.

   
Brendels Fantasie (2009)

»Fast beneide ich diesen Höller! Ja, er ist krank, ja, er ist verrückt, aber welche Leidenschaft treibt ihn! Nur wer brennt, lebt.«
Elke Heidenreich

Weil er bald sterben wird, will Höller endlich seinen größten Traum verwirklichen. Also lässt er sein Leben an der Seite einer Staranwältin hinter sich, verkauft seine Fabrik und bricht in die Toskana auf. Hier soll Alfred Brendel für ihn die endgültige Interpretation von Schuberts »Wandererfantasie« spielen...

   

Bienenkrieg (2008)

Das Leben des Musikkritikers Haim gerät aus den Fugen, als er einen Gehörsturz erleidet. Die Welt versinkt im Bienensurren, das seinen Kopf erfüllt. Er musss seinen Alltag neu gestalten, auch deshalb, weil er, der Querulant und Querdenker, wegen seines Handicaps aus der Kulturredaktion in den Lokalteil der Zeitung abgeschoben werden soll. Um dem zu entkommen, nimmt Haim eine Stelle als "Gesellschaftsdame" zweier verbitterter Schwestern an. Mit ihnen taucht er in eine absurde Welt aus Lebenslügen und enttäuschten Hoffnungen ein.

   

Piazza. Trieste (2006)

Angesiedelt in Triest, einem traditionellen Schnittpunkt europäischer Kulturen, erzählt Piazza. Trieste von den aussichtslosen Versuchen Reinhard Kordas, sich der übermächtigen Mutter zu entziehen. Diese stürzen ihn jedoch nur tiefer in die Abhängigkeit und finden ihr sprachliches Finale in einem Brief an die Mutter. Der Historiker Korda erlebt Geschichte, Kunst und Politik aus mehreren Jahrhunderten durch den Kontakt zu mitunter irreal anmutenden Figuren, die von einer Karikatur Maria Theresias über Erzherzog Maximilian bis Umberto Saba und Claudio Magris reichen.

Direktlink zu Piazza. Trieste: Wieser Verlag
   
Mosaike von Ravenna

Die Mosaike von Ravenna (2005)

Die Mosaike von Ravenna versammelt Essays, in deren Zentrum das Lesen und das Reisen stehen und die Erfahrungen, die sich nach ihnen einstellen. Texte, die sich mit Literatur, Film, Fotografie und Politik auseinandersetzen, deren Bewegung immer wieder an den Ausgangspunkt ihrer Reise zurückführt: in die Texte. Zum eigenen Schreiben wie zu dem europäischer Autoren. So rekurrieren die Essays unter anderem auf die Werke Andrea De Carlos, Antonio Tabucchis, Daniele Del Giudices, Stefano Bennis, Roberto Bazlens, Wolfgang Bauers und Ismail Kadares.

   
Flusswinter

Flusswinter (2004)

Seit der großen Veränderung ist auch die Landschaft eine andere geworden. Hat ihr Gesicht gewechselt. Wie ein Schauspieler. Der Landstrich am Fluss, früher die fruchtbare Au und geschützt, entvölkert sich von Woche zu Woche mehr. Ohne Aufsehen verschwinden Menschen. Bleiben untergetaucht ohne Nachricht für die Zurückgebliebenen. Und schüren die Vermutungen...

 

   
Lügenfeuer
Lügenfeuer (1994)

„Bei der Vorstellung, ein Bekannter könnte ihn mit dem weißen Pudel der Hofrätin sehen, beschleunigte Robert seine Schritte. Der Pudel, erfreut über das erhöhte Tempo, hopst ein paar Zwischenschritte. Wie ein betrunkener Walzertänzer.“


Robert hätte Erzbischof werden sollen, hat es aber nur zum Betreuer des topmodisch coiffierten Pudels der Hofrätin gebracht. Ganz offensichtlich ist er ein Versager. Bösartig, grotesk und unterhaltsam ist dieser Blick auf die österreichische Mentalität.

   
Abland
Abland (1991)

Georg Landauer ist Student der Musikwissenschaft und der Volkskunde. Alles in seinem Leben ist zum Stillstand gekommen: seine Arbeiten über „Krüppelfingerlings“ Kinderszenen und über Totengebräuche unter besonderer Berücksichtigung der Totenverstümmelungen ruhen, seine Kontakte zur Außenwelt sind reduziert auf Gespräche mit der Zimmerwirtin und Phantasien über seine...


   
Satz Für Ein Klangauge

Satz für ein Klangauge (1987)

Der Ich-Erzähler, ein alternder Klavierlehrer, lebt in einer abbruchreifen Villa, die er als Privatkonservatorium zur Ausbildung von Pianisten führt. zunehmend gerät er in Isolation, an den Rand des Wahnsinns und verbarrikadiert sich gegen seine Umwelt. Er führt imaginäre Gespräche mit nicht vorhandenen Schülern...



   
Geträumte Tage

Geträumte Tage (1985)

"Das gehörte für Karner zum Schlimmsten: im Lesesaal der Universitätsbibliothek zu sitzen und zu erkennen, wie die mit Büchern vollgestopften Regale sich die Wände hoch bis zur Glasskuppel türmten." Wie im Traum registriert Karner den Verlust jener Bindungen, für die er gelebt zu haben glaubt: die Frau, seine Studien, die Menschen im Café, die sich längst in die Verweigerung geflüchtet haben. Was bleibt, ist die Hoffnung, aus seiner Gebrochenheit in die Absicht zurückzufinden... Günther Freitag erzählt und erfindet, die Geschichte sperrt sich und wird gebrochen: GETRÄUMTE TAGE, die Platz lassen, neue Zugänge schaffen, aufmerksam machen. Es ist etwas anzufangen mit der Wirklichkeit in den Zwischenräumen der Wahrheit.“

   
Kopfmusik

Kopfmusik (1984)

"Das Unwirkliche schreibend klären", so betitelt Lucas Cejpek in der Grazer Neuen Zeit seine Besprechung der Prosatexte Günther Freitags. Das Unwirkliche ist in ihnen das Alltägliche, das nur eine unfassbare Realität hervorzubringen vermag. Das Scheitern des Menschen an selbstgewählten Aufgaben -dargestellt in einer musikalisch strukturierten Sprache- erscheint als Gerücht...

 



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