.: Flusswinter

(2004)

Seit der großen Veränderung ist auch die Landschaft eine andere geworden. Hat ihr Gesicht gewechselt. Wie ein Schauspieler. Der Landstrich am Fluss, früher die fruchtbare Au und geschützt, entvölkert sich von Woche zu Woche mehr. Ohne Aufsehen verschwinden Menschen. Bleiben untergetaucht ohne Nachricht für die Zurückgebliebenen. Und schüren die Vermutungen. Die sich im dichten Nebel verlaufen. Gerüchte, halblaut ausgesprochen an Wirtshaustischen. Tonlos beinahe und hinter vorgehaltener Hand. Nebelsätze. Gegen die Angt. Dann sprechen die Menschen von anderen Dingen und trinken ein paar Gläser von dem sauren Wein, der auf den Hügeln wächst ... Die Große Veränderung hat das Land am Fluss in die Diktatur gestürzt und mit dem Denken auch die Sprache der Menschen verzerrt. Bespitzelung und Denunziation bestimmen ihr Leben, vor allem aber die Angst, schuldlos zu Opfern zu werden.

Aus vier ineinander greifenden Perspektiven schreibt Günther Freitag eine Parabel der Niedertracht, in welcher die Menschen vorführen, dass sie unter dem autoritären Druck nicht zueinander finden, sondern ohne Rücksicht auf ihren Vorteil bedacht sind.


Taschenbuch: 189 Seiten
Verlag: Kitab Verlag; Auflage: 1 (April 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3902005300
ISBN-13: 978-3902005304

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