.: Bienenkrieg

(2008)

Über das Buch:

Das Leben des Musikkritikers Haim gerät aus den Fugen, als er einen Gehörsturz erleidet. Die Welt versinkt im Bienensurren, das seinen Kopf erfüllt. Er musss seinen Alltag neu gestalten, auch deshalb, weil er, der Querulant und Querdenker, wegen seines Handicaps aus der Kulturredaktion in den Lokalteil der Zeitung abgeschoben werden soll. Um dem zu entkommen, nimmt Haim eine Stelle als "Gesellschaftsdame" zweier verbitterter Schwestern an. Mit ihnen taucht er in eine absurde Welt aus Lebenslügen und enttäuschten Hoffnungen ein.

Aus dem Buch:

Als Haim schweigt und aus Verlegenheit damit beginnt, an seinem Hörgerät zu hantieren, grinst der Hutfabrikant und meint, dieser Morgen sei ein glücklicher für Haim, denn er trete seinen Dienst als Gesellschaftsdame an und könne dazu noch sein löchriges Allgemeinwissen erweitern. Das, wofür die meisten Menschen Geld ausgeben und Volksbildungskurse besuchen müssten, werde ihm während seiner Arbeitszeit auf dem Silbertablett serviert. Dann befiehlt er dem Schäfer, ein paar Meter entfernt zu sitzen, je weniger Mitwisser er in dieser speziellen Angelegenheit habe, desto sicherer sei das Unternehmen. Haim werde ja nicht die Hand beißen, die ihn füttere, aber bei einem Hund wisse man niemals wirklich, woran man sei. Immer wieder höre man von Fällen, in denen ein Tier von einem Augenblick zum nächsten seine Dressur vergesse und zum schärfsten Feind seines Herrn werde. In dieser Hinsicht sehe er keinen Unterschied zwischen der Haustierhaltung und der Weltpolitik, womit er nun endlich in Südamerika angekommen sei.


Gebundene Ausgabe: 250 Seiten
Wieser Verlag (10. September 2008)
ISBN-10: 3851297970
ISBN-13: 978-3851297973
Größe: 19,6 x 12,2 x 2,6 cm

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